Prozess
Prozess
Der Elektronenstrahl beschreibt – hochfrequent abgelenkt und dabei überlagert mit einer Relativbewegung zur Bauteiloberfläche – ein oft rechteckiges Energieübertragungsfeld. Dieses besitzt eine speziell, an die Prozessdynamik angepasste Energieverteilung. Hierdurch wird die Front des Feldes im Bruchteil einer Sekunde auf eine für jeden Werkstoff definierte, optimale Temperatur im Austenitgebiet aufgewärmt, meist knapp unterhalb der Schmelztemperatur. Über die verbleibende Feldlänge wird noch genau so viel Energie eingebracht, wie für die Aufrechterhaltung der eingestellten Temperatur notwendig ist. Über die Kombination aus Länge des Energieübertragungsfeldes und Geschwindigkeit der Relativbewegung (Vorschub) kann die Temperaturhaltezeit und damit die gewünschte Einhärtetiefe genau gesteuert werden. Damit bildet das Elektronenstrahlhärten die allen Härteprozessen zugrunde liegende Beziehung aus Temperatur und Haltezeit exakt nach, vollständig kontrollier-, reproduzier- und automatisierbar.
Der für den Härtungseffekt charakteristische Gefügeumwandlungsprozess erfolgt ausschließlich durch Selbstabschreckung, es werden keine externen Abkühlmedien verwendet.
Die Abkühlraten liegen bei ca. 103-104 K/s. Die maximal erreichbare Einhärtetiefe liegt bei ca. 1,7 mm. Üblich sind Werte im Bereich von 0,2 mm bis 1,2 mm.
Auch 3D-Oberflächen sind härtbar.