ITER Kernfusionsreaktor pro-beam

pro-beam schweißt mit dem Elektronenstrahl an einer der größten technischen Herausforderung der Menschheit

International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) heißt die Maschine, an der Wissenschaftler aus der ganzen Welt bauen. Der Reaktor soll zum ersten Mal zeigen, dass Kernfusion auf unserem Planeten funktionieren kann und mehr Energie liefert als sie selber verbraucht.

Die Idee dieses internationalen Projekts geht auf Gespräche zwischen Ronald Reagan, François Mitterrand und Michael Gorbatschow im Jahr 1985 zurück. Erste Entwürfe wurden 1990 vorgestellt.

Hintergrund
2005 bestimmte man Cadarache im Süden von Frankreich als Standort für die Anlage. 2009 haben die Bauarbeiten begonnen, 2020 soll das erste Plasma im Reaktor produziert werden.
ITER, lateinisch "iter" = "der Weg": Die Namenswahl, Zufall – oder weise Voraussicht  – allemal sehr treffend, da ITER zum einen den Weg ebnet in eine Zukunft mit sauberer und praktisch unendlich verfügbarer Energieerzeugung durch Kernfusion und zum anderen, weil der Weg bis zur Inbetriebnahme des Fusioinsreaktor ein steiniger ist und sein wird.
Der Fusionsreaktor wird als Gemeinschaftsprojekt von Europa, Japan, Russland, der Volksrepublik China, Südkorea, Indien und den Vereinigten Staaten entwickelt und betrieben. Kernbestandteil dieses internationalen Experimentalkraftwerks ist sein gigantischer Reaktorkessel: eine Vakuumkammer, die das auf 150 Mio.°C erhitzte Plasma enthalten wird – heißer als die Sonne selbst und notwendig, um deren Prinzip des Energieausstoßes auf der Erde nachzubilden.

Daten und Fakten
Seit 2001 begleitet pro-beam die Entwicklung einer Fertigungsstrategie für ITER, durch Machbarkeitsstudien und Schweißungen an Versuchsteilen für verschiede Komponenten der Anlage. Dabei konzentrierten sich die meisten Arbeiten auf die Herstellung des eigentlichen Reaktorbehälters. Dieser besteht aus einem doppelwandigen Vakuumbehälter in Form eines Gugelhupfs mit einer Höhe von etwa 12 m und einem Durchmesser von 18 m.
Im Oktober 2010 wurde die Ausschreibung zur Fertigung dieses Vakuumbehälters entschieden. Hier hat das Konsortium, dem pro-beam sich angeschlossen hat, den Zuschlag bekommen!
Neun Sektoren, jeder in Form einer Mandarinenspalte von 12 m Höhe und 5 m Innenweite, formen sich als "Riesen- Gugelhupf" mit 18 m Außen- und 6 m Innendurchmesser. Er besteht aus dickwandigem CrNi-Stahl eigens zu diesem Zweck spezifizierter Güte und wird komplett mit seinen ca. 8000 t die Masse des Eiffelturms übertreffen.
Die gesamte Konstruktion wurde durch Fertigung von Mock-Ups durch die vier Einzelsegmenten abgesichert. Damit ist die Freigabe zur Herstellung des ITER VV (VV=Vacuum Vessel) gegeben.


Aktuell
Die Fertigung von sieben der neun Sektoren ist an das europäische AMW-Konsortium vergeben. AMW (Ansaldo Nucleare, Mangiarotti und Walter Tosto) hat für das EB-Schweißen aller Innenwandstrukturen pro-beam als Partner erwählt.
pro-beam führt deshalb – am Standort Burg  auf der Großkammeranlage K6000 – die Elektronenstrahlschweißung an diesen sieben Sektoren aus. Nach derzeitiger Planung sind sie innerhalb von drei Jahren herzustellen.

 

 



Ihr Ansprechpartner

Herr Thomas Gaeb
Tel.: +49 (0) 89- 899 233 67

 

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